Regionalgruppe Eberswalde
Nachdem sich 1990 der Kreisverband Eberswalde der Gesellschaft für "Deutsch-Sowjetische Freundschaft" wie auch deren Grundorganisationen in Betrieben uind anderen Einrichtungen aufgelöst hatten, begann Waldemar Hickel, zunächst im kleinen Freundeskreis, den Abzug der (anfangs noch) sowjetischen Soldaten mit vielfältigen Aktionen zu begleiten.
Er hatte neben seiner langjährigen beruflichen Tätigkeit im VEB RAW Eberswalde in diesem Großbetrieb die Grundorganisation der Gesellschaft für DSF 1957 wiederbelebt und war auch im Kreisvorstand aktiv.
Im März 1992 entstand durch seine Initiative aus dem kleinen Kreis die Freundschaftsgesellschaft Eberswalde, die sich bald dem Landesverband der Brandenburgischen Freundschaftsgesellschaft anschloss.
Fast jeden Monat fanden Veranstaltungen statt. Schwerpunkte waren und sind die jährliche Ehrung der sowjetischen Flieger Kapustin und Janow, die Gedenkveranstaltung am Tag der Befreiung und die Pflege der sowjetischen Kriegsgräber.
Bei Ausflügen, Treffen mit neuen Mitbürgern aus der ehemaligen Sowjetunion, Frauentagsfeier und Jahresabschlussfeier ist auch Platz für Geselligkeit.
Auch wenn Waldemar Hickel gesundheitlich mit seinen über 80 Jahren vieles nicht mehr so leicht fällt, führt er den Vorsitz der Gruppe mit Ideen und Fleiß erfolgreich weiter.
Wer sich bei und in der Freundschaftsgesellschaft engagieren möchte, kann sich gern bei ihm melden (03334-238584, bfg16225@freenet.de).

Gruppenbild zur 25-Jahrfeier am 11.03.2017
Die Brandenburgische Freundschaftsgesellschaft e. V. Eberswalde ehrte am 6. April die sowjetischen Piloten für ihre Heldentat im Jahr 1966

Die Gedenkveranstaltung der Brandenburgischen Freundschaftsgesellschaft e. V. Eberswalde für die sowjetischen Piloten Hauptmann Boris Kapustin und Oberleutnant Juri Janow anlässlich des 55. Jahrestages des Flugzeugunglücks in Berlin-Spandau konnte aufgrund der geltenden Pandemiebestimmungen nicht wie jedes Jahr sonst als gemeinsame Veranstaltung durchgeführt werden. Die Ehrung der beiden Piloten fand somit in diesem Jahr in einer anderen Form statt. Eröffnet wurde das Gedenken, an dem auch der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Eberswalde Martin Hoeck teilnahm, durch die Brandenburgische Freundschaftsgesellschaft e.V. Eberswalde (BFG) in einer offenen Atmosphäre.
Dabei wurde den Anwesenden die Grußschrift vom Haus der Offiziere aus Rostow am Don vorgetragen:
"Unsere lieben Freunde!
Wir grüßen Sie am 55. Jahrestag dieses für unsere Länder bedeutenden Ereignisses. Am
6. April erinnern wir uns an den Mut, die Großherzigkeit, die Tapferkeit und die Selbstaufopferung zweier großer Männer - des Piloten Boris KAPUSTIN und des Navigators Jurij JANOW.
Seit vielen Jahren verbindet uns eine Freundschaft, die wir sehr schätzen. Wir danken Ihnen für das jährliche Gedenken an die würdigen Menschen, dafür, dass Sie eine großartige Arbeit zur Verewigung des Andenkens an die Helden leisten, dass Sie sich um die Gedenkstätte kümmern, dass Sie den Ort erneuern, an dem die Geschichte über die Heldentat am Himmel über Berlin erzählt wird.
Es ist sehr angenehm, dass Sie uns über Ihr Leben zu berichten, über alle Neuigkeiten, die mit der Erinnerung an große Menschen verbunden sind. Wir freuen uns sehr, dass durch Ihren Einsatz viele Menschen, vor allem die jungen Menschen in Deutschland, von der Leistung der Piloten wissen.
Möge der neue Frühling uns mit Sonnenschein und dem Erwachen der Natur erfreuen, Freude bringen, uns alle von der unangenehmen Krankheit namens "Covid-19" befreien.
Gesundheit für Sie alle, Glück und einen klaren, friedlichen blauen Himmel!
Im Namen der Mitarbeiter des Hauses der Offiziere des Südlichen Militärbezirks
Marina Antipova
Exkursionsleiterin des Militärhistorischen Museums"
Anschließend ehrten die Teilnehmer die Piloten mit stillem Gedenken und Blumen.

Ausgehängte Informationsblätter vermittelten den Besuchern Informationen zum damaligen Geschehen.

Darauf konnte man u. a. auch die Grußschrift von Galina Kapustina aus Rostow am Don zum 55. Jahrestag lesen. Sie schrieb folgende Zeilen:
"Liebe Freunde!
Anlässlich des 55. Jahrestages der Heldentat meines geliebten Mannes Boris Kapustin und seines Gefährten Juri JANOW, die ihr Leben geopfert haben, um die Stadt Berlin und ihre Bürger zu retten, spreche ich persönlich dem ganzen deutschen Volk, das die Erinnerung an sie und ihre Heldentat wach hält, meine tiefste Dankbarkeit aus.
In all den Jahren haben Sie regelmäßig Veranstaltungen zu Ehren der Piloten durchgeführt, junge Menschen durch ihr Beispiel erzogen und uns, ihre Familien, nicht vergessen.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in Ihrem edlen Wirken für die Freundschaft zwischen dem deutschen und dem russischen Volk!
Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen.
Galina Kapustina. 31. März 2021."
Weitere Bürger der Städte Eberswalde und Bernau gedachten im Laufe des Tages unter den schwierigen Bedingungen der Pandemie der aufopferungsvollen Tat der sowjetischen Piloten Hauptmann Boris Kapustin und Oberleutnant Juri Janow vor 55 Jahren und legten Blumen nieder. In diesem Jahr wurde darauf verzichtet, zu einer gemeinsamen Pilotenehrung einzuladen. Jedoch haben es sich Mitglieder der BFG und weitere Bürger nicht nehmen lassen und sind auch individuell zum Garnisonsfriedhof gegangen, um den Piloten ihre Hochachtung und Ehrung zuteil werden zu lassen. Damit wollen sie mithelfen , dass diese selbstlose Tat nie vergessen wird. W. Hickel


Brief an unser Mitglied Helmut Braunschweig
von einem Bekannten aus St. Petersburg
7. November 2020
Lieber Genosse Braunschweig, liebe Genossen,
wir bedanken uns bei Ihnen für Ihre freundschaftlichen Sendungen. Wir interessieren uns sehr für ihre Arbeit und schätzen diese sehr hoch. In unseren Versammlungen besprechen wir auch Ihre Informationen. Wir verstehen ganz gut Ihr Streben, die Geschichte verzerrungsfrei weiterzu-geben. Das ist auch unsere Sorge. Deshalb waren wir froh, uns den Film über General Bersarin anzusehen. Unsererseits ehren wir die deutschen Kommunisten, wie auch Kommu-nisten aus anderen Ländern, die ihr ganzes Leben dem Kampf gegen Faschismus, für Frieden und Sozialismus gewidmet haben. In den Zeitungen „Prawda“ und „Sowjetskaja Rossija“ kann man oft historische Artikel lesen. Es gibt auch Zeitun-gen, die wir kostenlos den Menschen auf den Straẞen austeilen. Natürlich können unsere Freunde viel Wichtiges und Interessantes auch im Internet lesen. Diese Möglichkeit, die Menschen zu informieren, benutzen wir ständig.
Es ist nicht leicht, die gegenwärtigen Verhältnisse zwischen unseren Ländern zu werten. Der zwischenstaatliche Handel ist sehr wichtig und soll beiden Seiten viel Nutzen bringen. Für uns bleibt Deutschland einer der wichtigsten Auẞenhandels-partner. Doch die NATO-Militärstützpunkte in Europa in der Nähe unserer Grenzen regen uns auf. Man muss verstehen: Das Wettrüsten ist sehr gefährlich. Aber damit sind alle Länder gemeint. Darum sind wir auch in Sorge um den Frieden. Man ist verrückt,wenn man die “Kriegsfackel” irgendwohin “schleudern” will.
Am heutigen 7. November feiern wir den 103. Jahrestag der Groẞen Sozialistischen Oktoberrevolution.
Ich denke noch recht oft an unsere Begegnung an der Newa vor genau drei Jahren. Heute gibt es auch bei uns viele Verbote und Schwierigkeiten, und in erster Linie sind sie mit der Pandemie verbunden. Aber Feiertag bleibt Feiertag. Nicht so wie zum 100. Jahrestag, aber die Revolution hatte doch eine groẞe Bedeutung für alle Länder. Vielleicht sprechen auch Sie darüber.
Also, es lebe unsere Freundschaft!
Bleiben Sie gesund und munter.
Viele Grüẞe und beste Wünsche
Michail und Genossen.
Михаил Мытарев
Freundschaftsgesellschaft sucht Mitstreiter
Eberswalde (bbp Okt. 2019). Die Brandenburgische Freundschaftsgesell-schaft ging Anfang der 1990er Jahre aus der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft hervor. Von den einst mehreren Tausend Mitgliedern im damaligen Kreis Eberswalde blieben nur zwei bis drei Dutzend auch dem neuen Verein treu. Sie hielten in den ersten Jahren vor allem die Kontakte zu den sowjetischen bzw. russischen Streitkräften aufrecht und betreuten deren Abzug vor 25 Jahren. Zugleich konzentrierten sich die Mitglieder der Freundschaftsgesellschaft auf den Erhalt und die Pflege der Gedenkstätten und Ehrenmale für die bei der Befreiung gefalle-nen Sowjetsoldaten. Die Gedenkveranstaltung zum Tag der Befreiung am 8. Mai gehört in jedem Jahr zu den Höhepunkten. Ab 2006 erinnert der Verein auch jährlich an die Heldentat der beiden in Eberswalde stationierten Piloten Kapustin & Janow, die beim Absturz ihres Flugzeugs ihr Leben opferten, um nicht in ein Westberliner Wohngebiet zu stürzen. Die kulturellen Aktivitäten des Vereins wurden mit den Jahren weniger. Die Aktivisten der Anfangsjahre kamen in die Jahre, manch einen ihrer Freunde mußten sie auch schon betrauern.
Am 10. Oktober trafen sich die Eberswalder Mitglieder in den Räumlich-keiten des "Kontakt e.V.", um darüber zu beraten, wie es mit der Freund-schaftsgesellschaft weitergehen kann. „Unsere Veranstaltung war gut besucht und die anwesenden Freunde waren der Meinung, dass wir weitermachen sollten und sich die Organisation nicht verabschieden sollte“, berichtete der Vorsitzende Waldemar Hickel. Die Mitglieder wollen sich entsprechend Alter und Gesundheitszustand weiterhin in die Freundschaftsarbeit einbringen.
Soll die Eberswalder Regionalgruppe der Brandenburgischen Freund-schaftsgesellschaft auf Dauer erhalten bleiben, braucht sie allerdings die tatkräftige Unterstützung neuer und vor allem auch jüngerer Mitglieder. Vor allem seit 2014 haben sich hierfür die gesellschaftlichen Rahmenbedin-gungen leider verschlechtert. Wer für die deutsch-russische Freundschaft eintritt, bekommt schnell das Etikett „Putin-Versteher“ oder Schlimmeres. Es gehört also inzwischen ein gutes Stück Mut dazu, sich im Sinne der Freundschaftsgesellschaft zu betätigen. Zugleich zeigt sich aber ange-sichts der antirussischen Propaganda, von der die Berichterstattung in den meisten Medien geprägt ist, auch die Notwendigkeit für die weitere Existenz der Brandenburgischen Freundschaftsgesellschaft.
Wer sich bei und in der Freundschaftsgesellschaft engagieren möchte, kann sich gern beim Vorsitzenden Waldemar Hickel melden (03334-238584, bfg16225@freenet.de).